Auf dem Jaufenpass

In der Nacht wache ich um 4:30 Uhr auf, verschwitzt, Albtraum! Und irgendwie fühle ich mich kränklich, verdammt, nicht noch eine Erkältung abholen. Den ganzen Vormittag über fühle ich mich nicht besonders. Als wir auf Tour am Jaufenpass gehen wird es aber besser. Heute wird meine Lieblings-Bergtour werden. Schön gemächlich, seeehr viel Zeit zum Fotografieren (ausfotografieren Jürgen, ausfotografieren ;-) und wenig Höhenmeter :-) Für diese Tour teilen wir uns in zwei Gruppen auf. Einmal die fotografierenden Wanderer mit Basti und dann die wandernden Fotografen. War für mich klar wo ich mitgehe. Fehlte mir in den ersten beiden Tagen doch etwas die Zeit und Gelassenheit zu fotografieren. Man wollte sich nie zu lange an einem Spot aufhalten um den Anschluss an die Gruppe nicht zu verlieren. Die Zeiten waren mir etwas zu eng gesteckt. Jetzt zu viert mit Ulla in der Schwangeren-Gruppe :-) Nahe des Startpunktes bleiben wir gut eine Stunde. Zeit Details zu entdecken, Perspektiven zu ändern, Ideen auszuprobieren. Zum Verdruss von Jürgen der gerne weiter möchte.

 

Auf dem Weg zum Gipfel auf gut 2000m kommen wir an kleinen Seen vorbei in denen sich die Berge spiegeln. Das Wetter ist Prima, gute Stimmung, herrliche Landschaften. Es geht mir wieder viel besser. Manchmal hört man ein Donnern wie vom Gewitter. Ich denke mir nichts dabei, schließlich sind am Horizont einige große Wolkenformationen. Später erklärt Ulla dann dass das Grollen Lawinenabgänge waren... Wieder was gelernt.

 

Am Gipfelkreuz machen wir eine kurze Rast, ein bisschen qautschen, die Ruhe und den Ausblick geniessen. Als die Hälfte der Gruppe schon wieder aufgebrochen ist ruft mir Patricia plötzlich zu: "Nicht bewegen!". Direkt neben meinem Knie sitz eine Waldeidechse, gut getarnt. Ich wundere mich das sie nicht wegläuft. Patricia macht einige Aufnahmen, bewegt sich langsam um sie nicht zu verscheuchen. Vorsichtig stehe ich auf, die Eidechse läuft ein paar Meter weiter. Wir hinterher, legen uns auf den Boden für ein paar gute Macro-Aufnahmen. Ich hatte gerade das Olympus 75mm 1.8 drauf und wollte nicht wechseln. Nicht ideal aber der Fokus saß gut und ich bin zufrieden mit dem Foto.

 

Eine absolut schöne Wanderung. Ausser uns kaum jemand hier oben. Viel Panorama, in der Ferne reicht der Blick bis in die Dolomiten. Die Flora und Fauna (siehe Eidechse) ist vom Wuchs her stark begrenzt aber vielfältig. Bäume schaffen es hier oben nur auf Bodendecker- oder Strauchgröße.

Torsten LampeComment