Workshop: Traumschlösser Mecklenburg Vorpommerns - Oder: die Jagd nach den Sternen

Wie war's? Wo waren wir? Was hat's gebracht? Und was hat es mit Sternen auf sich?

Pingelshagen?

Freitag, 15 Uhr: Treffen im Dorfgemeinschaftshaus in Pingelshagen. Nein diesmal nicht im Max-Hünten-Haus. Puh, Pingelshagen, nie gehört, da brauche ich das Navi! Die richtige Einfahrt in Pingelshagen promt verpasst. Schon stehste an einem schmalen Feldweg mit Poller. OK hier bin ich definitiv falsch... Umgekehrt, richtige Einfahrt gefunden.

Dörte aus dem Vogtlandkreis (wow, 500km Anfahrtsweg!) ist schon da. Kurzes Hallo und wir werden gleich vom Pingelshagener Bürgermeister, Reimond, persönlich reingewunken. "Timm kommt gleich, setzt euch doch schonmal!"

Im Minutentakt trudelt der Rest ein: Marion aus Jena, Annette aus Gießen (nochmal wow, fast 6 Stunden Anreise!), Ute und Uwe aus Eckernförde. Kurzes beschnüffeln bis Timm kommt. Timm Allrich unser Workshopleiter. Seinen Vater Jörg hat er auch gleich mitgebracht. Hat der Vater das Hobby da an den Sohn weitervererbt oder andersrum :-)

Damit sind wir vollzählig. In den nächsten 30-40 Minuten besprechen wir den Ablauf der anstehenden Tage und was uns erwartet. Von blutigen Anfängern bis Semi-Profis ist alles dabei.

Neben den Bildern hier im Blog gibt es noch eine Auswahl meiner besten Fotos: Parks + Palaces

Timms Webseite mit weiteren Bildern vom Workshop und sowieso ganz vielen anderen atemberaubenden findet ihr hier: timmallrich.de/

 
 

Erstes Ziel: Schloss Bothmer

Wir nutzen die Zeit bis 18 Uhr an der Festonallee und vor dem Schloss. Timm verrät erste Tipps zu Bildgestaltung, Einsatz von Pol- und Grauverlaufsfiltern. Mir fällt auf das Timm sehr oft Verlaufsfilter einsetzt, viel öfter als ich es bisher getan hätte. Ok, good point. Mache ich jetzt auch öfter, bringt bessere Farben und höheren Dynamikumfang ins Bild.

Ab 18 Uhr geht der exklusive Teil los. Die Touristen müssen raus, wir können rein ins Schloss. Die Möglichkeit das Schloss ohne Publikumsverkehr zu erkunden hatte mich nach langem Überlegen auch bewogen den Workshop zu buchen. Denn knapp 400€ habe ich bisher noch nicht annähernd in einen Workshop investiert. Von daher waren meine Erwartungen schon hoch.

So waren wir, bis auf die beiden wirklich lockeren Museumswärter, die eizigen im Schloss und konnten uns "austoben". Wir durften Absperrungen und anderes Störendes wegnehmen, Türen öffnen oder schließen wie wir wollten. Einfach grandios in diesem wunderbar restaurierten Schloss zu wandeln. Jeder fand seine Motive, konnte sich ungestört an Details abarbeiten.

Doch allzu viel Zeit blieb nicht. Um 20 Uhr mussten wir dann auch raus. Pünktlich zum Sonnenuntergang und Blauer Stunde zogen Regenwolken auf, Aaarrgghhh! Ärgerlich, aber es sind noch ein paar gute Bilder entstanden, der Himmel tiefblau, das Kopfsteinpflaster glänzte vom Nieselregen.

 

Samstag, 5 Uhr morgens! Schweriner Schloss

Tja, wer die ganz besonderen Bilder machen möchte muss bereit sein zu opfern, seinen Schlaf z.B. Ich bin ganz und gar kein Frühaufsteher, eher Nachtmensch. Wem es auch so geht kann wohl gut nachempfinden wie schwer mir dieses Wochenende fiel :-) Und dazu musste ich Samstag Abend noch auf eine Geburtstagsparty (Grüße an CC).

Leider ist das Schloss derzeit wieder ziemlich eingepackt was wohl noch eine ganze Zeit dauern wird. Das Wetter zeigte auch an diesem Morgen nicht seine beste Seite. Kein Regen. Die Wolken verwehrten der Sonne aber ihre goldenen Strahlen auf unser Hauptmotiv zu werfen, meh. Ich hab mich u.a. an Panoramen versucht. Hat auch ohne speziellen Panoramakopf für's Stativ gut geklappt. Mit meinen anderen Ergebnissen an diesem Morgen war ich allgemein nicht so zufrieden. Weiß nicht ob ich einfach nicht so gut reingekommen bin?!

 

Auf zu den Sternen!

Und zwar Blendensterne! Timm zeigt uns in den Laubengängen des Schlossparks wie man die hinbekommt. Blende zu, F22, erspähen wo die Sonne durchs Blätterdach fällt und auslösen. Die Sonne darf nicht voll zu sehen sein. Sie darf nur leicht an den Blättern vorbei linsen. Oder geradeso zwischen zwei Ästen hervorlugen. So werden sie mal mehr mal weniger groß. Sogar Doppelsterne werden festgehalten (Dörte war da besonders Enthusiastisch ;-). Damit wanderte der Blendenstern als Gestaltungselement ins Repertoire der Teilnehmer. Und die meisten machten noch bei jeder Gelegenheit Gebrauch davon :-)

 

Mirow

Samstag, 14 Uhr: Wir machen uns auf den langen Weg nach Mirow. Nach einem Eis geht es bei bestem Sonnenschein in den Schlosspark. Erste Eindrücke sammeln, Perspektiven für Sonnenuntergang und Blaue Stunde kundschaften. Um 18 Uhr dann wieder exklusiv ins Schloss. Für mich das Highlight des Workshops. Von aussen ist das Schloss ja ziemlich nüchtern. Aber innen ist es umwerfend! Es wurde in den ursprünglichen zeitgenössischen Zustand gebracht. Man fühlt sich zurückversetzt ins 18. Jahrhundert. Wenn ich an die Geschichte solcher Orte denke, welche Könige, Herzöge und auch Bedienstete dort gelebt haben bekomme ich eine Gänsehaut. Vorstellungen an das damalige, sicher nicht einfache, Leben kommen in mir hoch. Fantasiere über die Geschichte(n) die hier geschrieben wurde(n).

Immer wieder merkt man Timm die Begeisterung für diese Orte und tollen Lichtstimmungen an. Und das steckt richtig an! Man muss manchmal der Versuchung widerstehen sich nicht zu sehr an den Workshopleiter zu hängen. Ich möchte schließlich auch andere, eigene Blickwinkel entdecken.

 

Letzter Tag: Ludwigslust

5 Uhr Morgens in den nächsten Schlosspark. Es gibt eine tolle Stelle von der aus man das Schloss mit Spiegelung im Wasser ablichten kann. Der Sonnenaufgang mischt sanfte Rot- und Blautöne in den Himmel. Ein ganz feiner Nebelschleier über dem Wasser. Die Enten treiben, noch im Schlaf, auf dem See, die Köpfe in ihr Gefieder gebettet. Es ist einfach mega-geil :-) Müdigkeit ist Euphorie gewichen.

Danach teilt sich die Gruppe auf. Für einige ist die Grotte das nächste Ziel. Andere suchen Motive am Alten Kanal oder der Kaskade am Schlossplatz. Der Schlosspark ist einfach riesig und bietet jede Menge Spots. Ich werde auf jeden Fall noch öfter herkommen. So langsam neigt sich der Workshop dem Ende entgegen. Einige machen sich jetzt schon auf den langen Heimweg (wir konnten uns gar nicht mehr verabschieden Marion, ich hoffe man sieht sich irgendwann mal wieder, zum Horizonte-Festival vieleicht).
Um 11 Uhr schließt sich in Pingelshagen der Kreis wieder. Bildbesprechung und Workshop-Kritik. Es wird eventuell eine Ausstellung der Ergebnisse zusammen mit den Schlössern und Gärten MV geben. Ich hoffe darauf, Daumen drücken. Das wäre eine tolle Sache und ist ein kleiner Traum von mir.

 

Fazit

Ich hab einiges gelernt und kennengelernt. Öfter Filter einzusetzen, wie man Räume geschickter aufnimmt, man Bilder noch interessanter gestaltet.

Vor allem hat es Spaß gemacht nebenbei etwas von der Geschichte meiner neuen Heimat zu erfahren. Ich kann nur jedem empfehlen einen Workshop mitzumachen. Man unternimmt etwas was man sonst alleine vieleicht nicht machen würde. Lernt super Leute kennen. Entwickelt sich weiter. Nicht nur fotografisch!

Wir hatten eine tolle Truppe, war sehr angenehm mit euch das Wochenende unterwegs zu sein! Danke Timm für die Organisation, die guten Tipps, dein Engagement für alle und deine immer gut gelaunte, oft enthusiastische Art.

Hinterlasst gerne Kommentare, alle werden gelesen und beantwortet. Dies ist mein erster Blogtext. Ich wollt's einfach mal ausprobieren. Wenn es gefällt werde ich sicher auch von den nächsten Workshops etc. berichten. Der nächste steht schon Ende September an, Kranich-Fotografie auf der Insel Kirr.