Mallorca Fotoreise Teil 5

Der für mich spannendste Teil startet am Donnerstag, Modells fotografieren. 2018 möchte ich mich im Bereich Peoplefotografie weiterentwickeln. Dafür ist es also der perfekte Einstieg. Menschen fotografieren ist nochmal was komplett anderes als Landschaften. Wie läuft die Kommunikation mit dem Model, was machen gute Posen aus, was muss man beim Licht beachten etc. Alles spannende Themen, und ich möchte lernen, lernen, lernen!

 

Während wir am Mittwoch auf Fotorallye waren hat Frank Bea und Sandra vom Flughafen abgeholt. Mit den beiden und großer Blitzanlage geht es als erstes wieder in den Nordosten. Die Location ist eine illegal erbaute Finca auf einem Berg. Als Bauruine bietet sie eine grandiose Kulisse über der Cala Pi de la Posada.

Als erstes gibt’s eine kleine Vorstellungsrunde, Bea ist Tänzerin, modelt schon einige Jahre, Sandra Leistungsturnerin mit wahnsinnig guter Körperbeherrschung. Wir fangen mit Belichtungssteuerung im Manuellen Modus der Kamera an. Da wir von drinnen mit Blick auf’s Model und Landschaft im Hintergrund fotografieren ist der Helligkeitsunterschied riesig. Um den auszugleichen haben wir einen portablen Studioblitz mit 700Ws mitgebracht um das Model aufzuhellen und trotzdem noch die Landschaft im Hintergrund zu erkennen. Nachdem der Blitz ausgerichtet ist legt Bea mit dem Posen los. Ich schaue dass keine Teile der Landschaft in oder aus ihrem Körper „herausragen“. Nach zehn Aufnahmen wechseln wir durch. An der nächsten Station mit Dieter sind wir mit Sandra am Eingang der Ruine. Bei ihm lernen wir wie wir das Model mit Reflektoren aufhellen. Das Licht in der harten Vormittags-/Mittagssonne geschickt umlenken um z.B. dunkle Schatten in den Augenhöhlen etc. wegzubekommen.

 

Richtig guter Vormittag, es sind viele Touristen unterwegs die sich wundern was da wohl abgeht 😊 Immerhin sind wir mit 15 Leuten an der Location. Nur ein paar Meter weiter gibt es noch den alten Wachturm Talaia d'Albercutx der mit den umgebenden Ruinenresten ein paar gute Fotomotive bietet. Und die Aussicht ist Traumhaft. Die Bucht von Pollenca liegt unter uns, gegenüber die Halbinseln La Victoria und links Formentor. Dahin geht es als nächstes…

 

Wir fahren direkt zum Leuchtturm am Cap Formentor. Eine atemberaubende Steilwand ragt hier 167m aus dem Meer heraus. Das 1863 erbaute Leuchtfeuer liegt 210m über dem Meeresspiegel.

Direkt am Leuchtturm werfen sich Bea und Sandra wieder in Pose. Wieder sind für viele Touristen wir anstelle des Leuchtturms die Hauptattraktion 😊

Frank leiht mir sein Olympus 25mm f1.2 und gibt noch ein paar Tipps. Ich muss darauf achten in Augenhöhe des Models zu fotografieren. Man vergisst es zu leicht, gerade für mich mit knapp 190cm wichtig. Sonst ist die Aufnahmeperspektive immer leicht von oben herab auf das Model. Das kann im schlimmsten Fall einen herabwürdigenden Ausdruck zur Folge haben.

Kurz vor Sonnenuntergang mache ich von Bea ein paar traumhafte Portraits im letzten Licht des Tages. Gänsehaut-Feeling, unbeschreiblich schönes, warmes, sanftes Licht. Dazu die tolle Atmosphäre, das saugeile Wetter, wir haben alle eine tolle Zeit. Ich bin glücklich, hammermäßige Bilder auf der Karte! Bester Tag bisher!

Und ein richtig geiles Gruppenfoto!

 

Kurz bevor wir fahren machen wir noch spontane Langzeitbelichtungen. Dazu nutze ich das Live Composite meiner E-M5 Mark II. Knapp 20 Minuten lasse ich das laufen und habe super Lichtspuren der Autos die Bergstraße entlang.